Aron Morhoff war für das stichpunkt.magazin auf der Leipziger Buchmesse 2025 unterwegs. Ein Rundgang durch Verlage, Gespräche über Bildung, Künstliche Intelligenz, Selfpublishing und sprachliche Debatten – direkt aus dem Herzen der Buchwelt.
Ein Messebesuch mit Tiefgang
Die Leipziger Buchmesse 2025 zeigt sich vielseitig wie selten zuvor. Über 2000 Aussteller aus mehr als 40 Ländern, volle Hallen, Neuerscheinungen und aktuelle Debatten – mittendrin war Aron Morhoff für das stichpunkt.magazin unterwegs.
Sein Ziel: Einblicke gewinnen, Stimmen einfangen, hinter die Kulissen blicken.
Westend Verlag: Zwischen Politik und Literatur
Ein erster Halt führte ihn zum Westend Verlag, wo Verleger Rüdiger Grünhagen das aktuelle Programm vorstellte. Politische Sachbücher stehen im Zentrum – etwa Der Westen im Niedergang von Emmanuel Todd oder Korrumpiert von Marco Bülow.
Mit Editionslinien wie 50/50 oder Edition W weitet der Verlag sein Profil auch auf belletristische Themen aus. Besonders interessant: die digitale Strategie. Mit fast 50.000 Abonnenten auf YouTube ist Westend längst nicht mehr nur Verlag, sondern auch Medienhaus mit eigener Plattform.
Fantasy mit Herz – Selfpublishing am Chronistenturm
Ganz andere Töne schlägt die Fantasy-Autorin Tia Löwe an, die mit dem Chronistenturm, einem Gemeinschaftsstand von Selfpublishern, auf der Messe vertreten ist.
Ihr Roman Millea – Das Gleichgewicht der Elemente ist für den Fantasypreis nominiert. Tia spricht über ihre Leidenschaft für Science-Fiction, über das Schreiben zwischen Beruf und Familie – und über das Gemeinschaftsgefühl in der Selfpublisher-Szene. Messen wie diese seien für sie vor allem eines: Orte der Begegnung.
Bildung im Wandel: Cornelsen und Klett im Gespräch
Wie verändert Künstliche Intelligenz die Bildung? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Gespräche mit den großen Bildungsanbietern Cornelsen und Klett.
Beide Verlage sehen KI als sinnvolle Ergänzung – zur Entlastung von Lehrern, zur Unterstützung im Unterricht, aber nie als Ersatz für pädagogische Beziehungen. Gleichzeitig herrscht Einigkeit: Lehrermangel, überfrachtete Lehrpläne und technische Hürden bleiben zentrale Herausforderungen.
Sprache im Fokus: Gendern und der Duden
Zum Abschluss besuchte Aron den Stand des Duden Verlags – und sprach über ein Thema, das regelmäßig Debatten auslöst: das Gendern.
Der Verlag verweist auf die Unterscheidung zwischen klassischen Formen („Hörer und Hörerinnen“) und sogenannten Genderzeichen wie Sternchen oder Doppelpunkten. Letztere gehören nicht zum Kernbestand der Rechtschreibung, sind aber laut Duden auch nicht grundsätzlich falsch. Wichtig sei vor allem: der Blick auf das Publikum. Wer liest – und wie möchte er angesprochen werden?
Fazit: Eine Messe zwischen Vielfalt und Verantwortung
Die Leipziger Buchmesse 2025 war für Aron Morhoff eine Reise durch Themen, die aktueller kaum sein könnten – von Politik über Fantasie bis zur Bildung der Zukunft.
Der Besuch zeigt: Die Buchmesse ist weit mehr als eine Ausstellung. Sie ist ein Ort des Austauschs, ein Seismograph gesellschaftlicher Fragen – und eine Bühne für Geschichten, die unsere Zeit prägen.